Sonntag, 9. August 2020

Offenbarung Lektion 5

„Und ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, innen und außen beschrieben, mit sieben Siegeln versiegelt. Und ich sah einen starken Engel, der verkündete mit lauter Stimme: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf der Erde noch unter der Erde, vermochte das Buch zu öffnen, noch hineinzublicken. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und zu lesen, noch auch hineinzublicken. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu brechen! Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, welche die sieben Geister Gottes sind, die ausgesandt sind über die ganze Erde.“

Offenbarung 5:1-6


Gott Vater, der auf dem Thron sitzt, hält ein äußerst wichtiges Buch in seinen Händen: das Buch mit den sieben Siegeln. Hier in seiner offenen Hand lag das Buch, die Buchrolle der Geschichte von Gottes Vorsehungen, die prophetische Geschichte der Nationen und der Gemeinde. Darin befanden sich die göttlichen Aussprüche, seine Autorität, seine Befehle, seine Gesetze, der gesamte symbolische Rat des Ewigen und die Geschichte aller herrschenden Mächte. In symbolischer Sprache war in dieser Buchrolle der Einfluss jeder Nation, Sprache und eines jeden Volkes vom Anfang der Erdgeschichte bis zu ihrem Ende enthalten.


Doch nur das Lamm ist würdig, das Buch zu öffnen. Warum? Das Lamm ist in der Bibel ein Symbol für Jesus Johannes 1:29. Durch das geschlachtete Lamm wird auf den Kreuzestod Jesu verwiesen. Dieses Opfer befähigt Jesu, der jetzt im Himmel als Löwe Macht und Stärke ausdrückt, die Siegel zu öffnen. Das Kreuz Jesu bringt uns nahe zu Gott und Gott nahe zu uns indem es den Menschen mit Gott versöhnt. … Das Kreuz ist fast aus dem Blickfeld verschwunden, doch ohne das Kreuz gibt es keine Verbindung mit dem Vater, keine Einheit mit dem Lamm das sich mitten im Thron des Himmels befindet, keine wohlwollende Aufnahme des Abtrünnigen, der auf den verlassenen Pfad der Gerechtigkeit und Wahrheit zurückkehren möchte und keine Hoffnung für den Übertreter am Tag des Gerichtes. Neben dem Kreuz gibt es kein Mittel, das zur Verfügung gestellt wurde, um die Macht des starken Feindes zu brechen. Alle Hoffnung des Geschlechts ist vom Kreuz abhängig. Doch am Wettlauf um das himmlische Kleinod können wir uns alle beteiligen und auch alle den Preis gewinnen. Hier gibt es weder Ungewissheit noch Risiko. Wir müssen uns nur mit den himmlischen Tugenden bekleiden, und den Blick auf die Krone der Unsterblichkeit gerichtet, stets das Beispiel unseres Heilandes vor Augen haben, dessen Leben voller Schmerzen und Leiden war. Das demütige, selbstaufopfernde Leben unseres göttlichen Herrn sollte uns ständig Aufruf und Ansporn sein, es ihm gleichzutun. Wenn wir uns aufrichtig darum bemühen und das hohe Ziel nicht außer Acht lassen, können wir diesen Lauf zuversichtlich beginnen und wissen, dass wir den „Siegeskranz“ bestimmt erringen werden, sobald wir all unsere Kräfte einsetzen.


Viele meinen, dass sie einen Teil des Werkes selbst tun müssen. Was die Vergebung ihrer Sünden anbelangt, so vertrauen sie auf Christus, dann aber versuchen sie aus eigener Kraft, recht zu leben. Alle derartigen Bemühungen müssen fehlschlagen. Jesus spricht dies aus mit den Worten: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Johannes 15:4-5. Christus ist der Erste und der Letzte und der Ewige. Er soll aber nicht nur am Anfang und am Ende unseres Wandels bei uns sein, sondern bei jedem Schritt und Tritt.


Interessant ist, dass hier die sieben Geister Gottes erwähnt werden, die in alle Lande gesandt werden. Diese sieben Geister, offensichtlich ein Symbol für den heiligen Geist, der den sieben Gemeinden aus Offenbarung 2 und 3 zur Verfügung steht, wurden damals an Pfingsten ausgegossen. In Apostelgeschichte 2:33 verbindet Petrus die Inthronisation Jesu mit der Ausgießung des heiligen Geistes an Pfingsten. In dieser Heiligtumsszene, bei der Jesus zum Vater kommt und somit nach Kreuzestod und Auferstehung inthronisiert wird, wird deutlich, dass das Opfer Jesu mit Feuer vom Himmel durch die Ausgießung des heiligen Geistes durch feurige Zungen von Gott angenommen und bestätigt wurde. Ab 31. nach Christus fängt Christus nun an, die Schriftrolle zu öffnen. Die Schriftrolle beschreibt damit die Geschichte der Gemeinde Jesu. Die sieben Siegel stellen dabei sieben geschichtliche Zeitabschnitte dar, die in Offenbarung 6 beschrieben sind.


Sünde ist nach Jesaja 59:2 Trennung von Gott. Weil jeder Mensch sündigt, haben wir uns alle von Gott getrennt und müssten deshalb den ewigen Tod sterben. Doch der Sohn Gottes wurde Mensch und starb am Kreuz für unsere Sünden, damit nicht wir die Schuld unserer Verfehlungen tragen müssen. Wenn wir nun unsere Sünden Jesus bekennen, so vergibt er uns. Sein Blut, das er am Kreuz für uns vergossen hat, reinigt uns von all unserer Schuld. Wer seine Sünden bekennt und sich trotzdem nicht besser fühlt, dem sei gesagt, dass Sündenbekenntnis nichts mit Gefühlen zu tun hat. Wenn die Bibel uns sagt, dass wir von unsere Sünden befreit werden, wenn wir sie bekennen, so können wir davon ausgehen, dass dies auch so ist! Auch wenn wir es nicht fühlen 1. Johannes 1:9.


Wir müssen nicht bis zu unserer Verwandlung warten, um Christus nachfolgen zu können. Gottes Volk kann dies hier tun. Wir werden dem Lamm Gottes in den himmlischen Höfen nur dann folgen, wenn wir ihm hier nachfolgen. Es ist eine freie Entscheidung, ihm nachzufolgen. Im täglichen Leben seinem Beispiel folgen, wie eine Herde vertrauensvoll ihrem Hirten folgt. Wir müssen ihm durch Leiden um seinetwillen folgen, indem wir bei jedem Schritt sagen: „Siehe, tötet er mich, ich werde auf ihn warten, nur will ich meine Wege ihm ins Angesicht rechtfertigen.“ Hiob 13:15, das heißt ob er mich auch tötet, will ich ihm dennoch vertrauen. Sein Lebenswandel muss unser sein. Wenn wir auf diese Weise ihm nacheifern und unseren Willen mit dem seinen in Übereinstimmung bringen, werden wir ihn offenbaren.


„Und es kam und nahm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Thron saß. Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten vor dem Lamm nieder, und sie hatten jeder eine Harfe und eine goldene Schale voll Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen. Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen, und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden.“

Offenbarung 5:7-10


Wie wir im vorherigen Vers schon gesehen haben, sind alle Menschen Sünder Römer 3:10. Ohne Jesus wären wir alle verloren, da wir nichts zu unserer Erlösung beitragen können. Durch seinen Tod und mit seinem Blut hat er uns aber erkauft. Dadurch, dass Jesus ohne Sünde war, können wir uns wieder Gott nähern. Gott versöhnte die Welt durch Jesus mit sich selber 2. Korinther 5:19. Wenn wir nun Jesus annehmen, so dürfen wir uns wieder Gott nähern und werden so zu Priestern.


Es ist ein Naturgesetz, dass unsere Gedanken und Gefühle ermutigt und gestärkt werden, wenn wir ihnen Ausdruck geben. Während Worte Gedanken ausdrücken, ist es ebenso wahr, dass den Worten Gedanken folgen. Wenn wir unserem Glauben mehr Ausdruck geben würden, und uns mehr der Segnungen freuten, von denen wir wissen, dass wir sie haben „die große Barmherzigkeit und Liebe Gottes“ so könnten wir mehr Glauben und größere Freude haben. Wir brauchen nicht einen Priester, um uns Gott zu nähern, sondern durch den Tod Jesu werden wir selber zu Priestern, weil wir uns Gott wieder durch Jesus nähern dürfen. Keine Zunge kann es aussprechen, kein sterblicher Geist kann den Segen erfassen, welcher aus der Würdigung der Güte und Liebe Gottes entspringt. Selbst auf Erden können wir Freude haben wie ein Brunnquell, der niemals versiegt, weil er von den Strömen gespeist wird, die vom Thron Gottes fließen.


Lasst uns deshalb unsere Herzen und Lippen erziehen, Gott Dank zu sagen für seine unaussprechliche Liebe. Lasst uns unsere Seelen erziehen, hoffnungsvoll zu sein und in dem Licht zu verweilen, das von dem Kreuz auf Golgatha scheint. Wir sollten niemals vergessen, dass wir Kinder des himmlischen Königs sind, Söhne und Töchter des Herrn der Heerscharen. Es ist unser Vorrecht, still die Ruhe in Gott zu finden.


„Und ich sah, und ich hörte eine Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten; und ihre Zahl war zehntau­sendmal zehntausend und tausendmal tausend; die sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob! Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ist, und was auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier lebendigen Wesen sprachen: Amen! Und die 24 Ältesten fielen nieder und beteten den an, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Offenbarung 5:11-14


Zehntau­sendmal zehntausend und tausendmal tausend entspricht, wenn man es mathematisch betrachtet, Millionen von Engeln. Im Himmel muss es demnach eine unzählige Menge an Engeln geben, die alle Gott dienen. „Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.“

Johannes 16:7, Christus erklärte, dass er nach seiner Himmelfahrt seiner Gemeinde als krönendes Geschenk den Tröster an seiner Stelle senden wird. Dieser Tröster ist der Heilige Geist – die Seele seines Lebens, die Wirksamkeit seiner Gemeinde, das Licht und das Leben der Welt. Mit der Gabe des Geistes hat Jesus das Höchste geschenkt was der Himmel geben konnte. Es ist der Geist, der das Werk des Erlösers der Welt wirksam macht. Durch den Geist wird das Herz rein. Durch den Geist wird der Gläubige Teilhaber der göttlichen Natur. Christus hat seinen Geist als himmlische Macht gegeben, um alle ererbten und erworbenen Tendenzen zum Bösen überwinden zu können und um die Gemeinde mit seinem eigenen Charakter zu prägen. Es ist das Vorrecht jedes Sohnes und jeder Tochter Gottes, mit dem Geist erfüllt zu sein.


Der Geist wird auf jene in dieser Welt herabkommen, die Christus lieben. Dadurch werden sie befähigt, alles Nötige für die Erfüllung ihrer Mission zu empfangen. Der Lebensspender hält in seiner Hand nicht nur den Schlüssel des Todes, sondern auch einen ganzen Himmel voller reicher Segnungen. Alle Macht im Himmel und auf Erden wurde ihm gegeben. Indem er seinen Platz in den himmlischen Höfen einnahm, kann er diese Segnungen an alle weitergeben, die ihn aufnehmen. Christus sagte zu seinen Jüngern: „Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.“

Johannes 16:7, das war das Geschenk aller Geschenke. Der Heilige Geist wurde als der wertvollste Schatz, den Menschen erhalten können, gegeben. Die Gemeinde wurde mit der Kraft des Geistes getauft. Die Jünger wurden ausgerüstet um Christus zu verkündigen.

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